Die Seahawks reisen an diesem Wochenende für ihr Duell am 3. Spieltag nach Osten – bereits im zweiten Jahr in Serie geht es ins Northwest Stadium zum Duell mit den Commanders (19 Uhr deutscher Zeit live auf Deutsch bei Sky Sport).
Washington ist mit einer 0-2-Bilanz in die Saison gestartet und musste vergangene Woche zudem den Ausfall seines Starting Quarterbacks Jayden Daniels verkraften, der sich eine Ellenbogenverletzung zuzog. Damit werden die Seahawks auf Marcus Mariota treffen, einen Veteranen im zwölften NFL-Jahr, der in der vergangenen Woche als Ersatz für Daniels gut spielte. Mariota gegen Seattle als Starter bei 2-0 – auch wenn der jüngste dieser beiden Siege bereits vier Jahre zurückliegt, als er für die Atlanta Falcons spielte.
Die bislang ungeschlagenen Seahawks wiederum werden ihren Quarterback Sam Darnold zurückzubekommen, der am vergangenen Wochenende wegen einer Gesäßmuskel-Verletzung aus dem Auftaktspiel fehlte. Doch selbst wenn Darnold noch eine weitere Woche benötigt hätte, um wieder spielbereit zu sein, haben die Seahawks vollstes Vertrauen in Drew Lock, der nach zwei Spielen mit einem Passer Rating von 127,3 die NFL anführt.
Neben den dynamischen Situationen auf der Quarterback-Position gibt es fünf weitere Dinge, auf die es zu achten gilt, wenn die Seahawks am Sonntag auf die Commanders treffen.
1. Können die Seahawks ihre Dominanz auswärts fortsetzen und erneut ein Spiel im frühen Zeitfenster gewinnen?
Erfahrene Seahawks-Fans erinnern sich noch daran, als ein Kickoff um 10 Uhr morgens (zumindest nach Westküstenzeit) der gefürchtetste mögliche Anblick auf einem NFL-Spielplan war. Diese Tage sind jedoch lange vorbei. Die Teams von Pete Carroll und später Mike Macdonald haben eine Erfolgsformel gefunden, die sich auch auf Auswärtsspiele übertragen lässt – selbst bei Reisen in den Osten und Spielen zu einer Uhrzeit, die sich für die an die Westküste gewöhnten Biorhythmen früh anfühlt.
In seinen ersten beiden Saisons als Head Coach führte Macdonald die Seahawks zu einer 15-2-Auswärtsbilanz – der zweitbesten Auswärtsbilanz zum Start einer Trainerkarriere hinter George Seifert, der in seinen ersten beiden Spielzeiten mit den 49ers 1989 und 1990 auswärts 16-1 performte.
Die Seahawks sind in diesem Jahr beim Sieg am Sonntag in Arizona mit einer 1-0-Auswärtsbilanz gestartet. Seit 2018 kommen sie nun auf 25-7 in der Ostküsten-Zeitzone und auf 24-5 in Spielen mit einem Kickoff um 10 Uhr morgens Pazifikzeit.
"Ehrlich gesagt weiß ich nicht genau, woran es liegt", sagte Receiver Cooper Kupp über den Erfolg des Teams bei Reisen in den Osten. "Ich weiß nicht, ob es die zusätzliche Zeit ist, die die Jungs alle miteinander verbringen. Wir haben Wege gefunden, erfolgreich zu sein, fokussiert und bereit zu sein, auch wenn es Reisen an die Ostküste mit Kickoffs um 10 Uhr sind. Die Jungs machen einen großartigen Job. Wir haben hier viele Leute, die viel Zeit investieren, um sicherzustellen, dass es einen Plan gibt, mit dem wir uns wohlfühlen und den wir umsetzen können – angefangen bei der Ernährungsberatung über den Trainerstab. So viele Menschen investieren viel Zeit, um sicherzustellen, dass dieser Plan perfekt ausgearbeitet ist. Was auch immer wir machen, wir machen es offenbar gut."
2. Schaffen es die Seahawks weiterhin, Big Plays zu verhindern, wenn sie auf einen Quarterback treffen, der den Ball gerne tief ins Feld wirft?
Die Seahawks-Defense hat zum Saisonstart eine ziemlich bemerkenswerte Leistung gezeigt: Sie hat in zwei kompletten Spielen keinen einzigen Spielzug von 20 oder mehr Yards zugelassen – als einziges Team der Liga.
In der vergangenen Woche hatten die Cardinals keinen einzigen Passspielzug über mehr als neun Yards. Sie hätten sogar das Spiel ohne einen Spielzug mit einem Raumgewinn von mindestens zehn Yards beendet, wenn nicht beim vorletzten Play bei auslaufender Uhr ein 18-Yard-Lauf gegen eine größtenteils mit Backups besetzte Defense gelungen wäre.
"Den Gameplan und seine Umsetzung verstehen und auf allen drei Leveln kommunizieren", sagte Defensive Coordinator Aden Durde auf die Frage, wie die Defense so effektiv Big Plays verhindert. "Die Spieler müssen miteinander verbunden sein, denn das ist die NFL. Die Leute suchen nach Kommunikationsfehlern, sie wollen dich herausfordern, dich aus deiner Position bringen. Das sind die Dinge, die explosive Spielzüge erzeugen. Du musst diese Fähigkeiten mit Hilfe der Trainer immer weiter schärfen. Und du musst weiter Druck machen und dich weiterentwickeln."
Um die Serie ohne zugelassene Spielzüge von 20 oder mehr Yards fortzusetzen, müssen die Seahawks einen Quarterback bremsen, der beim Werfen in die Tiefe gerne aggressiv vorgeht.
Während manche Backup-Quarterbacks bei ihrem Einsatz für einen verletzten Starter vielleicht lieber auf Nummer sicher gehen, spielt Mariota nicht so. Laut NFL Next Gen Stats hat Mariota seit Beginn der vergangenen Saison bei 44,4 Prozent seiner Passversuche den Ball mindestens zehn Yards weit durch die Luft nach vorne geworfen. Das ist die höchste Quote unter Quarterbacks mit mindestens 200 Versuchen. Bei diesen Würfen brachte er 50,9 Prozent an – etwas besser als der Liga-Durchschnitt von 49,9 Prozent.
Die Seahawks sind derweil die einzige Defense der NFL, die in dieser Saison bei tiefen Pässen mehr Interceptions (4) als zugelassene Catches (3) aufweist.
3. Kann Seattles Offense sich in der Red Zone verbessern?
Es gibt bislang viel, was an der Offense der Seahawks gefällt – insbesondere beim Sieg in der vergangenen Woche. Gleichzeitig gibt es immer Raum für Verbesserungen – und ein Bereich, in dem sich die Seahawks definitiv steigern wollen, ist die Red Zone.
Zugegeben, die bisherige Sample Size ist klein. Dennoch haben die Seahawks in dieser Saison bei nur drei von sieben Besuchen in den letzten 20 Yards vor der gegnerischen Endzone einen Touchdown erzielt. In Erinnerung bleibt ein Drive aus der vergangenen Woche, in dem sie vier Plays von der 6-Yard-Linie ausführten und nach einem gestoppten 4th & Goal von der 1-Yard-Linie ohne Punkte blieben.
Diese Quote bedeutet Rang 25 der Liga – und genau das wollen die Seahawks verbessern, beginnend in Washington.
"Es geht einfach darum, dass wir uns daran gewöhnen, wie wir unser Personal einsetzen", sagte Offensive Coordinator Brian Fleury auf die Frage, warum es in der Red Zone noch nicht besser läuft. "Auch hier fehlen uns noch Informationen. Die Red Zone kann sehr spezifisch sein." Je länger die Saison andauerte, desto mehr Daten hätte sein Team über die Verteidigungsweise der Gegner und könnte daraufhin deren Schwächen gezielter angreifen.
4. Wie sieht die Guard-Rotation im zweiten Spiel mit Christian Haynes und Beau Stephens aus, die sich die Einsatzzeit teilen?
Die Seahawks mussten vergangene Woche auf Starting Right Guard Anthony Bradford verzichten. Dadurch kam Christian Haynes zu seinem ersten Start in seiner NFL-Karriere, während Rookie Beau Stephens ebenfalls mehrere Drives lang als Ersatz für Bradford zum Einsatz kam.
Da Bradford in dieser Woche auf die Injured-Reserve-Liste gesetzt wurde und damit mindestens vier Spiele ausfällt, wird die Rotation voraussichtlich auch am 3. Spieltag fortgesetzt. Dadurch bekommen beide Spieler weitere Möglichkeiten zu zeigen, was sie leisten können.
"Ich fand, dass Beau seine ersten echten NFL-Snaps ziemlich gut bewältigt hat", sagte Fleury. "Wir sind bewusst vorgegangen, was die Art und Weise angeht, wie wir ihn einwechseln wollten. Es war keine festgelegte Rotation. Wir wussten einfach, dass es im Spiel Situationen geben würde, in denen wir sagen konnten: 'Hey, diese Serie gehört dir', und dann sehen, wie er sich schlägt. Und ich fand, dass er das gut gemacht hat. Ich war auch mit der Leistung von Christian (Haynes) bei der Anzahl der Snaps, die er gespielt hat, zufrieden. Das ist im Vergleich zu dem, was er normalerweise bekommt, schon eine ziemlich große Anzahl."
5. Ist Nick Emmanwori wieder vollständig zurück?
Nick Emmanwori, der nach einer Knöcheloperation vor Beginn des Training Camps einen Großteil der Vorbereitung und der Preseason verpasst hatte, feierte vergangene Woche sein Debüt 2026. Er spielte allerdings nur neun Snaps, da die Seahawks seine Einsatzzeit begrenzten, um dem Safety nach der langen Pause dabei zu helfen, wieder in den Rhythmus zu kommen.
Ob Emmanwori bereits wieder ein Spieler für jede Situation ist, bleibt abzuwarten. Er wird jedoch mehr spielen, sagte Macdonald – eine gute Nachricht für Seattles Defense.
"Deutlich mehr", antwortete Macdonald auf die Frage nach dem Plan für Emmanworis Rolle in dieser Woche. "Wir werden sehen, wie sich das Spiel entwickelt und wie er sich fühlt. Aber er wird eine ganze Menge auf dem Feld sein."











