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Diese 5 Faktoren entscheiden das NFL-Spitzenspiel Seahawks vs. Bears

Spieler, Matchups und Storylines, die beim Seattle-Heimspiel gegen Chicago im Fokus stehen.

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Nach einem wichtigen Primetime-Sieg am 7. Spieltag stehen die Seahawks in der Nacht von Montag auf Dienstag (2:15 Uhr live auf Deutsch bei RTL und Sky Sport) erneut unter Flutlicht im Lumen Field auf dem Platz. Dort empfangen sie die Chicago Bears zu einem NFC-Duell, das im weiteren Saisonverlauf durchaus Auswirkungen auf das Playoff-Rennen haben könnte.

Die Bears reisen mit einer Bilanz von 5–2 und einer der besten Offensiven der Liga nach Seattle. Die Seahawks stehen nach ihrem Sieg gegen die zuvor ungeschlagenen Chiefs am Sonntagabend bei 4–3 und verfĂŒgen ihrerseits ĂŒber eine der besten Defenses der NFL.

"Das grĂ¶ĂŸte Kompliment, das wir ihnen machen können, ist, dass sie eine klare Vorstellung davon haben, wie sie in allen drei Phasen des Spiels agieren wollen, und diese auch hervorragend umsetzen. Das wird also eine große Herausforderung fĂŒr uns", sagte Seahawks-Cheftrainer Mike Macdonald am Donnerstag.

Hier sind fĂŒnf Dinge, auf die es beim Heimspiel der Seahawks gegen die Bears Montagnacht im Lumen Field zu achten gilt:

1. Wie wird sich die neu formierte Offensive Line der Seahawks mit Quenton Nelson bei seinem DebĂŒt prĂ€sentieren?

Die Seahawks haben zu Beginn der Woche einen großen Trade eingefĂ€delt und All-Pro-Guard Quenton Nelson verpflichtet. Niemand zweifelt daran, dass ein Spieler von Nelsons Kaliber eine enorme VerstĂ€rkung fĂŒr Seattles Offense sein wird. Der Trade bedeutet jedoch – ebenso wie eine Verletzung –, dass die Seahawks Montagnacht gleich mehrere VerĂ€nderungen in ihrer Offensive Line vornehmen mĂŒssen.

Nelson, der seine gesamte Karriere als Left Guard gespielt hat, wird auch in Seattle diese Position ĂŒbernehmen. Das bedeutet, dass Grey Zabel, der seit der vergangenen Saison Seattles Starting Left Guard war, in dieser Woche auf die rechte Guard-Position gewechselt ist. ZusĂ€tzlich zu den VerĂ€nderungen auf den Guard-Positionen wird Seattle auch einen anderen Left Tackle aufstellen: Josh Jones springt fĂŒr Charles Cross ein, der wegen einer Knöchelverletzung ausfĂ€llt, die er sich beim Sieg gegen die Chiefs am vergangenen Wochenende zugezogen hat.

Diese VerĂ€nderungen bedeuten in dieser Woche zusĂ€tzliche Arbeit fĂŒr Seattles Offensive Linemen und Coaches. Langfristig werden die Seahawks durch die Verpflichtung von Nelson besser aufgestellt sein. Zumindest fĂŒr diese Woche ist die Situation jedoch eine besondere Herausforderung fĂŒr alle Beteiligten.

"Die grĂ¶ĂŸten Herausforderungen werden die Kommunikation und die unterschiedlichen Begrifflichkeiten sein", sagte Offensive Coordinator Brian Fleury ĂŒber die Umstellungsphase in der Offensive Line. "So viel Vorbereitung Quenton in den nĂ€chsten Tagen auch absolvieren wird, ich bin sicher, dass er bereit sein wird. Er spielt auf einem sehr hohen Niveau Football. Was die Techniken und die Dinge angeht, die wir von den Spielern körperlich verlangen, gibt es viele Gemeinsamkeiten mit seinem bisherigen Team. Je mehr wir zu Beginn darauf verzichten, den Spielern zu viele komplizierte Dinge aufzutragen, desto geringer ist die Gefahr, dass uns ein Fehler unterlĂ€uft. Darauf werden wir dann Schritt fĂŒr Schritt aufbauen.

2. Kann Quenton Nelson seinen langjÀhrigen Rivalen aus der AFC South und neuen Bears Defensive Tackle Jeffery Simmons neutralisieren?

Seit Jeffery Simmons 2019 als Erstrundenpick nach Tennessee kam, gehörten die zweimal jĂ€hrlich stattfindenden Duelle zwischen den Colts und Titans zu den besten Matchups im Herzen der Offensive und Defensive Line der gesamten Liga. Nelson und Simmons lieferten sich dabei regelmĂ€ĂŸig intensive ZweikĂ€mpfe. Als Nelson Anfang dieser Woche nach Seattle getradet wurde, sah es zunĂ€chst so aus, als wĂ€ren diese Duelle Geschichte. Doch nur zwei Tage spĂ€ter wurde Simmons zu den Bears getradet – ausgerechnet Seattles nĂ€chstem Gegner.

Die Seahawks kennen Simmons' betrĂ€chtliche QualitĂ€ten bereits ein wenig. Sie trafen in der vergangenen Saison auf Tennessee und absolvierten 2024 sowie in diesem Sommer gemeinsame Trainingseinheiten in Nashville. Sie wissen also, dass mit dem All-Pro-Lineman eine große Herausforderung auf sie zukommt.

"Jeffery ist ein großartiger Spieler", sagte Macdonald. "Ich finde, die beiden Trainingseinheiten mit ihm waren eine tolle Erfahrung. Man muss verstehen, wie sich das auf unser Spiel auswirkt. Jetzt ist er bei den Bears. Wir haben großen Respekt vor ihm. Sie machen einen großartigen Job in der Defense. Er wird sie natĂŒrlich noch besser machen, und wir gehen davon aus, dass er spielen wird. Deshalb brauchen wir einen Plan fĂŒr ihn."

Nelson sagte dazu: "Er ist ein unglaublicher Footballspieler und WettkÀmpfer. Ich dachte mir nur: 'Mann, ich werde diesen Typen einfach nicht los.' Diese Woche steht also ein weiteres Duell mit ihm an."

3. Kann Mike Macdonalds ligaweit fĂŒhrende Defense Ben Johnsons produktive Offense in Schach halten?

Nach der Saison 2024 gehörten zwei Namen zu den heißesten Kandidaten im Trainerkarussell: Macdonald, einer der besten jungen Defensive Coordinators der Liga, und Johnson, der beste junge Offensive Coordinator. Beide Coaches fĂŒhrten BewerbungsgesprĂ€che ĂŒber mehrere Head-Coach-Positionen. WĂ€hrend Macdonald schließlich in Seattle landete, entschied sich Johnson, noch ein weiteres Jahr in Detroit zu bleiben, bevor er in der vergangenen Saison Cheftrainer der Bears wurde.

Beide haben sich als Head Coaches hervorragend entwickelt. Macdonald fĂŒhrte die Seahawks im vergangenen Jahr zum Super-Bowl-Titel, wĂ€hrend Johnson die Bears in seiner ersten Saison im Amt zu elf Siegen und in die Playoffs brachte. Es ĂŒberrascht daher kaum, dass Seattle mit einer der besten Defenses der Liga in diese Partie geht, wĂ€hrend Chicago eine der besten Offenses der NFL stellt.

Nach sieben Saisonspielen stehen die Seahawks auf Rang eins der NFL in der Total Defense und Pass Defense, auf Rang sechs in der Run Defense, auf Rang vier in der Scoring Defense und auf Rang zwei bei der Third-Down-Defense. Die Bears belegen unterdessen Rang drei in der Total Offense, Rang eins im Laufspiel, Rang acht bei den erzielten Punkten und Rang sieben bei der Third-Down-Conversion-Rate.

"Sie haben eine klare IdentitĂ€t", sagte Macdonald. "Er macht einen großartigen Job, sein Personal bestmöglich einzusetzen. Sie spielen entschlossen. Wenn man ĂŒber ihren Spielstil spricht, ist der klar erkennbar – und es ist ein Stil, den wir respektieren. Die Statistiken bestĂ€tigen das. Und auch das Videomaterial bestĂ€tigt es."

Macdonald spielt die Bedeutung von Coaching-Duellen grundsĂ€tzlich herunter – etwa wenn er auf Offensiv-Vordenker wie Kyle Shanahan oder Sean McVay trifft. Er betont dann, dass es letztlich darum geht, dass die Spieler auf dem Feld die entscheidenden Dinge umsetzen. Seine Spieler schĂ€tzen es allerdings durchaus, zu sehen, was ihr Head Coach gegen einen anderen jungen Innovatoren aus dem Hut zaubern kann.

"Wenn man ein Fan des Spiels ist und wir als Spieler mitten im Geschehen stehen und die GrĂŒnde sowie die Feinheiten verstehen, dann ist das natĂŒrlich spannend", sagte Safety Julian Love. "Man möchte sehen, wie sich das Spiel weiterentwickelt. Und ich denke, diese beiden Coaches haben das Spiel weiterentwickelt. Ich glaube, jeder versucht, sich an dem zu orientieren, was sie machen. In den vergangenen fĂŒnf Jahren gab es nur wenige Coaches, ĂŒber die man das sagen kann. Auf unserer Seite des Balls wartet eine Herausforderung auf uns, denn ihre Offense ist ziemlich außergewöhnlich."

4. Kann Seattles Laufverteidigung auch gegen den nÀchsten starken Gegner bestehen?

In der vergangenen Woche stand fĂŒr die Seahawks ein viel beachtetes Duell mit Kenneth Walker III an, der zu der Zeit die NFL als Rusher anfĂŒhrte. Seattles Defense wurde der Herausforderung gerecht und hielt Walker bei 14 LĂ€ufen auf lediglich 36 Yards. Damit verlĂ€ngerte das Team seine Serie ohne einen gegnerischen 100-Yard-Rusher auf 36 Spiele.

Nach dieser Partie kommen Seattles Gegner im Schnitt auf nur 3,5 Yards pro Laufversuch – der zweitniedrigste Wert der Liga. Nun wartet mit den Bears die nĂ€chste große Herausforderung. Chicago fĂŒhrt die NFL mit durchschnittlich 154,3 Rushing Yards pro Spiel an. D'Andre Swift ist mit 476 Yards und sieben Touchdowns der wichtigste Antreiber des Laufspiels.

Den Seahawks ist bewusst, dass es nicht einfach wird, das Laufspiel und die Offense der Bears insgesamt zu stoppen. Doch sie nehmen diese Herausforderung gerne an.

"Genau das sollte man sich wĂŒnschen", sagte Defensive Tackle Byron Murphy II. "Gegen das beste Team in dem Bereich anzutreten, in dem es besonders stark ist – das sollte man sich Woche fĂŒr Woche wĂŒnschen. Ich freue mich darauf. Das wird ein Kampf. Sie machen viele Dinge an der Line of Scrimmage richtig gut. Sie haben eine gute Offensive Line, spielen physisch und machen einen großartigen Job im Laufspiel. Wir mĂŒssen rausgehen, besser sein als sie, als Team eine starke Defense spielen und den Lauf stoppen. Sie haben mit Swift einen großartigen Running Back. Er kann alles: durch die Mitte laufen, außen herum."

5. Schreibt Jaxon Smith-Njigba in dieser Woche NFL-Geschichte?

Nach sieben Spielen fĂŒhrt Jaxon Smith-Njigba die NFL mit 867 Receiving Yards an. Damit liegt er 159 Yards vor dem Zweitplatzierten dieser Rangliste, Green Bays Christian Watson, der bereits ein Spiel mehr absolviert hat, da die Packers in dieser Woche schon Donnerstagnacht im Einsatz waren. Smith-Njigbas acht Receiving Touchdowns sind ebenfalls Ligabestwert – zwei mehr als Watson und CeeDee Lamb. Mit 133 weiteren Yards wĂŒrde er am Montagabend die Marke von 1.000 Receiving Yards erreichen und damit einen Platz in einem Ă€ußerst exklusiven Kreis einnehmen.

In der Super-Bowl-Ära haben bislang nur Tyreek Hill 2023 und Wes Chandler in der durch den Streik verkĂŒrzten Saison 1982 innerhalb der ersten acht Spiele einer Saison 1.000 Receiving Yards erzielt. Sollte Smith-Njigba das ebenfalls schaffen, wĂ€re er außerdem der dritte Spieler in der Franchise-Geschichte mit drei aufeinanderfolgenden 1.000-Yard-Saisons. Vor ihm gelang das nur Steve Largent und Tyler Lockett. Ein weiteres Spiel mit mindestens 100 Receiving Yards wĂŒrde Smith-Njigba außerdem zum fĂŒnften Spieler der NFL-Geschichte machen, dem dieses KunststĂŒck in sieben der ersten acht Saisonspiele gelingt. Zuletzt schaffte das Adam Thielen 2018.

Die Defense der Bears bekommt VerstĂ€rkung in der Front: Montez Sweat kehrt nach seiner Sperre zurĂŒck, und Jeffery Simmons ist durch den Trade in dieser Woche zum Team gestoßen. Der Pass Rush von Chicago dĂŒrfte also eine ernst zu nehmende Herausforderung darstellen. Dennoch könnten sich fĂŒr Smith-Njigba und die ĂŒbrigen Anspielstationen von Sam Darnold Möglichkeiten ergeben. Nach sieben Spielen lassen die Bears durchschnittlich 8,7 Yards pro Passversuch zu – der höchste Wert der Liga. Außerdem hat Chicago neun Catches ĂŒber mindestens 40 Yards zugelassen, ebenfalls Ligahöchstwert. Das gegnerische Passer Rating gegen die Bears liegt bei 102,8 und ist damit der sechsthöchste Wert der NFL.

Die Verpflichtung von Simmons und die RĂŒckkehr von Sweat sollten der Chicago-Defense zweifellos helfen. Doch wie Smith-Njigba in den vergangenen beiden Saisons Woche fĂŒr Woche gezeigt hat, gibt es nicht viele Möglichkeiten, ihn wirklich auszubremsen.

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