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5 Schlüssel zum Seahawks-Sieg gegen die ungeschlagenen 49ers

Spieler, Matchups und Storylines, auf die es ankommt, wenn Seattle am Sonntag San Francisco im Lumen Field empfängt.

Seattle's "Dark Side" defense gang tackles 49ers running back Christian McCaffrey early in the game.
Seattle's "Dark Side" defense gang tackles 49ers running back Christian McCaffrey early in the game.

Die Seahawks empfangen am Sonntag die 49ers im Lumen Field zu einem wichtigen NFC-West-Duell zwischen zwei Teams, die erneut zu den besten der Liga zu gehören scheinen. San Francisco ist mit einer Bilanz von 4-0 gestartet und damit eines von drei ungeschlagenen Teams, die vor dem 5. Spieltag noch übrig sind. Die Seahawks liegen mit einer Bilanz von 3-1 einen Sieg dahinter.

Es ist das erste Aufeinandertreffen der beiden Teams, seit die Seahawks die 49ers in der Divisional Round mit 41:6 besiegten. Es war ihr zweiter Sieg gegen San Francisco innerhalb von zwei Wochen: Bereits in Week 18 hatten sie in Santa Clara gewonnen und sich damit den NFC-West-Titel sowie das Freilos in der ersten Playoff-Runde gesichert.

Während die Seahawks an diese Erfolge anknüpfen wollen – zwei komplette Spiele, in denen sie keinen Touchdown zuließen –, versuchen die 49ers, die bereits am 1. Spieltag gegen die Rams gewonnen haben, sich frühzeitig eine gute Ausgangsposition in der härtesten Division der NFL zu verschaffen.

Vor diesem Hintergrund sind hier fünf Dinge, auf die du achten musst, wenn die Seahawks und die 49ers am Sonntagabend (22:25 Uhr deutscher Zeit live auf Deutsch im Free-TV bei RTL) aufeinandertreffen.

1. Kann die Seahawks-Defense dort weitermachen, wo sie in der vergangenen Saison gegen die 49ers aufgehört hat?

Der Weg der Seahawks zum Super-Bowl-Titel beinhaltete zwei wichtige Siege gegen die 49ers. Der erste gelang in Week 18 in Santa Clara: Die Seahawks gewannen mit 13:3 und sicherten sich damit den NFC-West-Titel sowie den Top Seed der Conference. Zwei Wochen später setzten sie sich in der Divisional Round im Lumen Field mit 41:6 durch und läuteten damit einen Playoff-Run ein, der mit dem Sieg im Super Bowl LX im Levi's Stadium endete.

In diesen Spielen hielt Seattle die explosive Offense der 49ers über acht Viertel hinweg bei lediglich drei Field Goals, 409 Total Yards und 24 First Downs. Außerdem erzwang die Defense vier Turnovers.

Natürlich wissen die Seahawks, dass sie nicht einfach davon ausgehen können, dass dieses Spiel genauso verlaufen wird wie die beiden vorherigen – auch wenn ein großer Teil der Defense aus dem vergangenen Jahr weiterhin dabei ist. Jedes Team verändert sich im Laufe einer NFL-Offseason und wird im Idealfall besser. Die 49ers bilden da keine Ausnahme.

Quarterback Brock Purdy, der im September zum NFC Offensive Player of the Month gewählt wurde, hat mit elf Touchdown-Pässen den Bestwert der Liga erzielt und dabei nur eine Interception geworfen. Zudem führt er die NFL mit einem Passer Rating von 126,2 an. Vielleicht am wichtigsten: In vier Spielen wurde er noch kein einziges Mal gesackt.

Die Seahawks-Defense war – abgesehen von einigen Aussetzern, von denen viele selbstverschuldet waren – erneut hervorragend. Um eine der derzeit heißesten Offenses der NFL zu bremsen, wird allerdings eine sehr starke Leistung nötig sein.

"Guter Team-Football", sagte Seahawks Head Coach Mike Macdonald. "Sie laufen den Ball, bleiben im Rhythmus und müssen nur selten bei Third Down ran. Wenn sie passen, spielen sie im richtigen Timing. Es gab nur wenige Situationen, in denen der Quarterback keinen Anspielpartner hatte, und wenn das doch einmal der Fall war, hat er den Ball weggeworfen. Wir haben darüber gesprochen, wie gut er Spielzüge verlängern und den Ball sichern kann und gleichzeitig diese kreative Komponente und seine Playmaking-Fähigkeiten beibehält, durch die der Ball weiter nach vorne kommt. Sie machen einen großartigen Job."

2. Finden Jaxon Smith-Njigba und Seattles andere Playmaker Wege, gegen die starke 49ers Defense explosive Plays zu kreieren?

Die 49ers waren während Kyle Shanahans Amtszeit als Head Coach ziemlich konstant ein gutes Defense-Team – trotz häufiger Wechsel auf der Position des Defensive Coordinators. Nachdem Robert Saleh in dieser Offseason gegangen war, um Head Coach der Titans zu werden, spielt San Francisco auch unter einem neuen Coordinator auf hohem Niveau: diesmal unter dem ehemaligen Falcons Head Coach Raheem Morris.

Die 49ers machen auf dieser Seite des Balls vieles richtig und haben deshalb die drittwenigsten Punkte der Liga zugelassen. Ein wesentlicher Grund für den Erfolg der Defense ist San Franciscos Fähigkeit, Big Plays zu verhindern.

Nach vier Spielen haben die 49ers lediglich sechs Pass Completions über mindestens 20 Yards zugelassen. Das ist gemeinsam mit den Seahawks und Rams, die jeweils fünf solcher Completions zugelassen haben, einer der niedrigsten Werte der Liga. Außerdem gehören sie zu den sechs Teams, die in dieser Saison noch keinen Rush von 20 oder mehr Yards zugelassen haben.

Laut NFL Next Gen Stats haben die 49ers in dieser Saison bei tiefen Pässen mit mindestens zehn Air Yards eine ligaweit niedrigste Completion Percentage von 33,3 Prozent zugelassen. Die Seahawks liegen mit 34,5 Prozent knapp dahinter. Damit sind diese beiden Teams mit Abstand am besten darin, Downfield Completions zu verhindern – kein anderes Team der Liga hat die Gegner bei tiefen Pässen unter 40 Prozent gehalten.

Die Seahawks werden dem natürlich mit einem Passing Game begegnen, in dem Sam Darnold als starker Downfield-Werfer den Ball zu Jaxon Smith-Njigba bringt, dem besten Receiver der NFL. Smith-Njigba hat in dieser Saison bereits Touchdowns nach Completions über 82 und 45 Yards erzielt und in jedem seiner ersten vier Spiele mindestens einen Catch über mehr als 25 Yards verbucht.

Die Seahawks werden weiterhin versuchen, ihr eigenes Spiel durchzuziehen, und dazu gehören auch Plays über die Tiefe. Sie wissen allerdings ebenso, dass sie gegen eine so starke Defense wie die aus San Francisco nichts erzwingen dürfen.

"Sie machen einen guten Job", sagte Darnold. "Wenn man ins Detail geht, sind ihre Linebacker, ihre Secondary und ihr Pass Rush gut aufeinander abgestimmt. Sie machen das gut. Sie halten alles vor sich. Außerdem tackeln sie gut, was dabei hilft, diese explosiven Plays zu begrenzen."

3. Welchen Unterschied machen die in der Offseason verpflichteten Receiver Mike Evans und Deebo Samuel für San Franciscos Offense?

Wie bereits erwähnt, wissen die Seahawks, dass sie nicht einfach davon ausgehen können, dass sich die Defensiv-Erfolge aus der vergangenen Saison wiederholen, nur weil es im Januar so gut lief. Ein Grund dafür ist, dass die 49ers ihrer Offense einige zusätzliche Playmaker hinzugefügt haben.

Obwohl San Francisco in weiten Teilen der vergangenen Saison offensiv sehr gut war, fehlten dem Team phasenweise Receiver, die den Unterschied ausmachen konnten – teilweise aufgrund von Verletzungen. In dieser Offseason gingen die 49ers diese Schwachstelle an: Sie verpflichteten den erfahrenen Pro-Bowl-Receiver Mike Evans und holten den langjährigen, vielseitig einsetzbaren 49ers-Receiver Deebo Samuel zurück.

Vier Spiele nach Saisonbeginn haben beide Spieler bereits einen Unterschied für San Franciscos Offense gemacht. Für die Seahawks sind sie damit zwei weitere Faktoren, auf die sie am Sonntag achten müssen.

"Mike Evans ist ein verdammt guter Spieler", sagte Defensive Coordinator Aden Durde. "Seine Fähigkeit, den Ball zu fangen und damit Yards zu machen, war offensichtlich – und sie ist es immer noch. Was bei diesem Spieler manchmal übersehen wird, ist seine Toughness zwischen den Hashmarks und die Art, wie er das Spiel spielt. Er bringt ihnen eine Menge. Deebo kommt zurück, wird im Backfield aufgestellt, bewegt sich überall herum – das stellt die Defense vor Probleme. In diesen Wochen geht es darum, wie wir mit solchen Dingen umgehen und wie wir spielen. Darauf müssen wir uns konzentrieren."

4. Bekommt Rashid Shaheed mehr Touches im Laufspiel?

Schon in der Highschool und zu Beginn seiner College-Karriere war Rashid Shaheed ein dynamischer Running Back – bis er erkannte, dass ihm wahrscheinlich die körperliche Größe fehlen würde, um diese Position auch auf dem nächsten Level zu spielen.

"Als mir klar wurde, dass ich kein großer Kerl werden würde, habe ich entschieden, dass ich mich nicht von Linebackern tacklen lassen wollte", sagte Shaheed.

Der Wechsel auf die Receiver-Position zahlte sich für Shaheed aus. Er hat sich eine sehr gute NFL-Karriere als Receiver für Big Plays und einer der besten Returner der Liga aufgebaut. Wie er beim Sieg am Sonntag gegen die Chargers zeigte, kann er aber auch aus dem Backfield heraus weiterhin für Gefahr sorgen.

Die Seahawks präsentierten dabei eine Variante, an der sie bereits seit dem Training Camp gearbeitet hatten: Shaheed stellte sich am Sonntag mehrmals im Backfield auf und kam bei zwei Läufen mit Ball auf 33 Yards, darunter ein 28-Yard-Touchdown.

Da Rookie Running Back Jadarian Price, der selbst ein schneller Spieler mit Big-Play-Potenzial ist, derzeit auf der Injured Reserve List steht, ist es gut möglich, dass Shaheed auch weiterhin Touches aus dem Backfield bekommt. Schließlich hat der Ansatz in der vergangenen Woche funktioniert. Gleichzeitig müssen sich die Gegner dadurch bei der Vorbereitung auf Seattles Offense um eine weitere Möglichkeit Gedanken machen.

"Wenn man dem Backfield mit unterschiedlichen Spielern ein anderes Element hinzufügen kann, sorgt das für etwas mehr Vielfalt und zwingt die Defense dazu, sich auf unterschiedliche Arten von Plays vorzubereiten", sagte Offensive Coordinator Brian Fleury. "Es ist etwas, das wir tatsächlich schon seit – ich glaube – mindestens dem Training Camp, wenn nicht sogar seit dem Frühjahr, machen. Wir wollten auf eine Situation wie diese vorbereitet sein. Er war also bereit dafür."

5. Zahlt sich das von den Defensive-Spielern initiierte Meeting aus, bei dem es um die Strafen ging?

Die Seahawks gewannen in Week 4 gegen die Chargers mit 30:23. Das Endergebnis war allerdings deutlich knapper, als es hätte sein müssen – zu einem großen Teil aufgrund von Strafen.

Beide Touchdowns der Chargers fielen nach Drives, die durch zwei Personal-Foul-Strafen verlängert worden waren. Dazu gehörten zwei Roughing-the-Passer-Strafen bei Third-& Long-Situationen, durch die Stops zunichtegemacht wurden, die ansonsten zu Punts geführt hätten. In der ersten Halbzeit gab es außerdem eine Personal-Foul-Strafe gegen Nick Emmanwori nach dem Pfiff. Emmanwori hatte ansonsten ein starkes Spiel gemacht, doch die Strafe brachte die Chargers in Field-Goal-Reichweite und schenkte ihnen mehr oder weniger drei Punkte.

Angesichts dieser Strafprobleme beriefen erfahrene Defensive-Spieler wie Leonard Williams, Ernest Jones IV, Jarran Reed und Julian Love ein Meeting ein, um sich dem Problem direkt und in aller Offenheit zu stellen.

"Wir haben uns am Montag als Defense zusammengesetzt, nur die Spieler unter sich, und ein wirklich offenes, ehrliches Gespräch darüber geführt, was wir voneinander erwarten und wie wir vorgehen wollen", sagte Reed. "Wir haben das Problem direkt angesprochen, denn das waren viel zu viele Strafen für uns als Team – insbesondere die Personal Fouls. Manche Dinge gehören einfach dazu, aber die Strafen, die wir vermeiden können, müssen wir vermeiden."

"Wir müssen clever spielen. Die Jungs spielen hart, und wir wollen eine physische Gruppe sein. Aber manchmal gibt es aufgrund der Regeln in dieser Liga viele Dinge, die wir nicht machen dürfen. Wir sind noch nicht so weit, dass wir einfach versuchen können, zu viel zu machen oder es zu übertreiben. Die Jungs spielen hart, und das spricht für sie. Wenn man in einer Situation ist und glaubt, dass eine bestimmte Aktion eine Flag nach sich ziehen könnte, müssen wir clever sein."

Die Seahawks-Defense hat in dieser Saison nur sehr wenig zugelassen, wenn die Gegner nicht von Strafen oder Turnovers profitiert haben. In den Spielen, in denen solche Probleme auftraten, waren sie praktisch der einzige Weg für die Gegner, eine größere Anzahl an Punkten zu erzielen.

Gegen die beste Offense, auf die sie in dieser Saison bislang getroffen sind – und eine der besten der gesamten Liga –, muss die Seahawks-Defense dafür sorgen, dass die Botschaft aus dem Spieler-Meeting dieser Woche zu einem saubereren Spiel führt.

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