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5 Schlüssel zum Seahawks-Sieg im Topspiel gegen die Chiefs

Spieler, Matchups und Storylines, die Seattles Heimspiel gegen Kansas City in der Nacht von Sonntag auf Montag im Fokus stehen.

After the game, former Seahwaks running back Kenneth Walker III, who now plays for the Chiefs, greets former teammates.
After the game, former Seahwaks running back Kenneth Walker III, who now plays for the Chiefs, greets former teammates.

Die Seahawks (3–3) empfangen in der Nacht von Sonntag auf Montag (1:20 Uhr deutscher Zeit, live bei RTL und Sky Sport) die Chiefs (5–0) und wollen nach zwei Niederlagen in Folge wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Eine solche Niederlagenserie hatte Seattle zuletzt gegen Ende der Saison 2024 erlebt. Kansas City reist hingegen als eines von nur noch drei ungeschlagenen Teams der NFL nach Seattle.

Nach einer verkürzten Bye Week im Anschluss an das Thursday-Night-Spiel hatten die Seahawks laut Head Coach Mike Macdonald "einige offene Gespräche" geführt, um nach sechs Spielen eine ehrliche Bestandsaufnahme vorzunehmen und herauszufinden, wie sie sich verbessern können.

"Ich bin stolz auf die Arbeit, die wir in den vergangenen Tagen geleistet haben", sagte Macdonald zu Beginn der Woche. "Wir haben einige offene Gespräche geführt und einen ehrlichen Prozess durchlaufen. Als Team sind wir jetzt deutlich besser abgestimmt als noch vor ein paar Tagen, und ich bin gespannt, wohin uns das führen kann."

Angesichts des starken Gegners aus Kansas City, der ins Lumen Field kommt, müssen die Verbesserungen der Seahawks bereits in dieser Woche greifen. Vor diesem Hintergrund sind hier fünf Dinge, auf die es beim Heimspiel gegen die Chiefs zu achten gilt – neben der Umstellung der Uhren in Europa, weswegen Kickoff bereits eine Stunde früher ist als sonst:

1. Kann die Elite-Defense der Seahawks Kenneth Walker III und die explosive Chiefs-Offense bremsen?

Falls du es noch nicht gehört hast: Der Running Back der Chiefs, Kenneth Walker III, hat früher für die Seahawks gespielt. Tatsächlich wurde er Anfang dieses Jahres zum MVP von Seattles Super-Bowl-Sieg gekürt. Okay, okay, das wusstest du wahrscheinlich schon. Doch Walkers Rückkehr nach Seattle ist vor dem Spiel am Sonntag nicht nur deshalb eine große Storyline, weil er auf sein ehemaliges Team trifft, sondern auch, weil er einen herausragenden Saisonstart hingelegt hat. Obwohl die Chiefs ihre Bye Week bereits hinter sich haben, führt Walker die NFL mit 665 Rushing Yards an. Auch sein Schnitt von 6,3 Yards pro Lauf ist der beste der Liga.

"Er spielt auf einem extrem hohen Niveau", sagte Defensive Coordinator Aden Durde. "Wenn man gegen ihn spielt, ist das schon etwas anderes. Gleichzeitig denkt man aber auch: 'Gut für ihn.' Es ist eine weitere Herausforderung, aber so ist es Woche für Woche. Es geht um uns. Wir müssen unseren eigenen Defense-Stil spielen."

Die Seahawks setzen dem eine Laufverteidigung entgegen, die in den vergangenen beiden Saisons zu den besten der Liga gehörte. In der vergangenen Saison kamen die Gegner gegen Seattle auf durchschnittlich nur 3,7 Yards pro Carry – der niedrigste Wert der NFL. Außerdem ließen die Seahawks über die gesamte Saison nur fünf Läufe über mindestens 20 Yards zu, ebenfalls Ligabestwert. In dieser Saison haben sie den Schnitt ihrer Gegner sogar auf 3,5 Yards pro Lauf gesenkt. Läufe über mindestens 20 Yards ließen sie bislang nur zwei zu.

Besonders bemerkenswert vor diesem Spiel: Die Seahawks haben in ihren vergangenen 35 Partien keinen einzigen gegnerischen Running Back mehr als 100 Rushing Yards erzielen lassen – ein Franchise-Rekord. Buffalo Bills Running Back James Cook kam am 8. Spieltag der Saison 2024 gegen Seattle auf 111 Yards. Seitdem hat kein anderer Running Back diesen Wert übertroffen. In 20 dieser 35 Spiele schafften es Seattles Gegner nicht einmal als Team auf 100 Rushing Yards.

Bei den Chiefs ist Walker allerdings längst nicht der Einzige, um den sich die Seahawks kümmern müssen. Head Coach Andy Reid gehört zu den besten Offensivtrainern und Head Coaches seiner Ära. Quarterback Patrick Mahomes und Tight End Travis Kelce sind künftige Hall of Famers. Und darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Playmaker, die Defenses das Leben schwer machen können.

"Ich habe großen Respekt vor (Offensive Coordinator Eric) Bieniemy", sagte Macdonald. "Er ist ein großartiger Football-Coach. Andy Reid ist wahrscheinlich der beste Football-Coach überhaupt. Die beiden ergänzen sich hervorragend. Ich kann nur für diese Saison sprechen: Sie spielen wirklich komplementären Football. Sie sind sehr effizient und haben außerdem die explosivste Offense der Liga. Sie leisten sich nur sehr wenige Strafen und geben den Ball nur sehr selten ab."

Wie Macdonald anmerkt, ist die Offense der Chiefs extrem explosiv – und das nicht nur, wenn Walker im Laufspiel Big Plays produziert. Kansas City kommt auf durchschnittlich 8,3 Yards pro Passversuch, was ligaweit dem drittbesten Wert entspricht. Außerdem haben die Chiefs sechs Pässe über mindestens 40 Yards angebracht – der geteilte zweithöchste Wert der NFL.

Seattles Passverteidigung hat dagegen bislang nur acht Completions über mindestens 20 Yards zugelassen, Ligabestwert. Bei Pässen über mindestens 40 Yards steht nur eine zugelassene Completion zu Buche – ebenfalls einer der niedrigsten Werte der Liga.

Laut NFL Next Gen Stats, die explosive Plays als Läufe über mindestens zehn Yards und Pässe über mindestens 15 Yards definieren, haben die Seahawks in dieser Saison nur bei 7,2 Prozent aller Spielzüge explosive Raumgewinne zugelassen. Das ist der niedrigste Wert der NFL und der drittniedrigste Wert einer Defense nach sechs Spielen seit 2016. Die Chiefs weisen dagegen die zweithöchste Quote explosiver Spielzüge der Liga auf (17,8 Prozent)..

2. Können die möglichen Rückkehrer Zach Charbonnet und Anthony Bradford dem Laufspiel neuen Schwung verleihen?

Die Seahawks hatten mit Verletzungen auf der Running-Back-Position und insgesamt schwankenden Leistungen im Laufspiel zu kämpfen. Das Ergebnis ist eine Lauf-Offense, die bislang nicht so produktiv ist, wie Seattle sich das vor Saisonbeginn erhofft hatte. Immerhin haben die Seahawks nach sechs Spielen mehr Rushing Yards auf dem Konto als zum gleichen Zeitpunkt der vergangenen Saison – damals mit Walker und einem gesunden Zach Charbonnet.

Wenn Seattle offensiv insgesamt besser werden und Quarterback Sam Darnold entlasten will, muss das Laufspiel effektiver werden. An diesem Wochenende könnten wichtige Verstärkungen zurückkehren. Charbonnet hatte sich im vergangenen Januar in den Playoffs einen Kreuzbandriss zugezogen, hat diese Woche aber uneingeschränkt am Training teilgenommen und wurde am Donnerstag von der Physically Unable to Perform List (PUP-Liste) aktiviert. Ob er diese Woche tatsächlich spielen wird, soll sich später entscheiden. Sollte Charbonnet zurückkehren, wäre das eine Verstärkung für die gesamte Offense.

"Das Großartige an Zach ist, dass jeder im Gebäude sich mit ihm wohlfühlt", sagte Offensive Coordinator Brian Fleury. "Wenn er auf dem Feld steht, gibt uns das ein Gefühl der Sicherheit. Die Offensive Line hat großes Vertrauen darin, dass Zach nicht nur die vorgesehene Lücke findet, wenn wir ihm den Ball geben, sondern durch Kontakt hindurchläuft und zusätzliche Yards erzielt. Ich denke, diese gemeinsame Erfahrung sorgt bei allen für ein Gefühl von Schwung. Nicht, dass die anderen Jungs das nicht auch könnten, aber es macht eben einen Unterschied, mit jemandem zusammenzuarbeiten, bei dem man genau weiß, was man bekommt.

Er sieht großartig aus. Ich kann es kaum erwarten, ihn wieder aufs Feld zu schicken."

Darüber hinaus dürfte Starting Right Guard Anthony Bradford zurückkehren. Er wurde diese Woche von der Injured Reserve List aktiviert und gibt der Offensive Line damit einen ihrer physisch stärksten Run Blocker zurück.

3. Können Sam Darnold und die Offense die Ballverluste reduzieren?

Die Erfolgsformel der Seahawks im vergangenen Jahr war ziemlich einfach: Wenn sie sich nicht selbst im Weg stehen, gewinnen sie sehr wahrscheinlich. Seit ihrem Saisonstart mit einer Bilanz von 3–2 in der vergangenen Saison haben die Seahawks 17 ihrer letzten 21 Spiele gewonnen. Bei den vier Niederlagen, die allesamt mit höchstens drei Punkten Unterschied ausgingen, leistete sich Seattle insgesamt 14 Ballverluste – zehn davon allein bei den drei Niederlagen in dieser Saison.

Die Ursachen sind vielfältig: Fumbles der Running Backs, Druck auf Darnold, der zu Interceptions führt, sowie Entscheidungen und Würfe, die der Quarterback im Nachhinein gerne zurücknehmen würde. Unabhängig davon, wie es zu den Ballverlusten kommt, wissen die Seahawks, dass sie diese Zahl deutlich reduzieren müssen. Nach der Niederlage am Donnerstag, in der Darnold zwei Interceptions warf – darunter eine in Overtime, die zum spielentscheidenden Field Goal führte –, ging er hart mit sich selbst ins Gericht. Seine Coaches und Mitspieler sind jedoch überzeugt, dass er sich von den Schwierigkeiten zu Saisonbeginn erholen wird.

"Wir haben schon erlebt, wie er das in den Griff bekommen hat", sagte Linebacker Ernest Jones IV. "Wir haben gesehen, wie er solche Phasen durchgemacht hat oder nicht so gespielt hat, wie er es sich selbst vorgestellt hatte. Wir haben also bereits erlebt, wie er sich zurückkämpft. Das ist nichts Neues für uns. Wir waren schon einmal in dieser Situation. Ich freue mich einfach über die Jungs, die ihn umgeben. Wir haben eine Menge Kämpfer im Team und viele Spieler, von denen wir wissen, dass wir das wieder hinbekommen werden. Wir werden die Wende schaffen. Und wenn uns das gelingt, wird die Geschichte eine andere sein."

Passend dazu …

4. Können die Seahawks ihren Pass Protection verbessern?

Darnold wäre selbst der Erste, der sagt, dass er Interceptions unabhängig davon vermeiden kann, was um ihn herum passiert. Trotzdem befand er sich in den vergangenen beiden Spielen zweifellos in einigen schwierigen Situationen.

In seiner ersten Saison in Seattle wurde Darnold 27-mal gesackt, wobei es in keinem Spiel mehr als vier Sacks waren. In neun Partien ließen die Seahawks keinen oder nur einen Sack zu. In dieser Saison sieht das allerdings anders aus. Darnold verletzte sich beim ersten Offensiv-Drive der Saison nach einem Sack und verpasste dadurch den Rest der Partie sowie das darauffolgende Spiel. Nach einer Sack-freien Partie bei seinem Comeback gegen Washington wurde er von den Chargers dreimal, von den 49ers fünfmal und von den Broncos ebenfalls fünfmal zu Boden gebracht. Denver verbuchte dabei unglaubliche 17 Quarterback Hits.

5. Kann Jaxon Smith-Njigba seinen starken Saisonstart gegen eine starke Passverteidigung fortsetzen?

Nach einer herausragenden Saison 2025, die ihm die Auszeichnung als First-Team All-Pro und den Titel Offensive Player of the Year einbrachte, ist es Receiver Jaxon Smith-Njigba irgendwie gelungen, 2026 noch besser zu werden. Nach sechs Spielen führt JSN die NFL in Catches (49), Receiving Yards (717) und Touchdowns (7) an. In fünf seiner sechs Spiele kam er auf mehr als 100 Receiving Yards.

Dieses Tempo gegen die starke Chiefs-Defense unter der Leitung des erfahrenen Defensive Coordinators Steve Spagnuolo beizubehalten, wird allerdings nicht einfach. Eine der Herausforderungen, die Spagnuolos Defense stellt, ist eine Pass Defense, die Big Plays und das gegnerische Passspiel insgesamt sehr gut limitiert. Die Gegner von Kansas City kommen auf ein Passer Rating von 74,1 und durchschnittlich 6,1 Yards pro Passversuch – beide Werte sind die viertniedrigsten der Liga. Die Chiefs haben bislang nur vier Passing Touchdowns zugelassen, der zweitniedrigste Wert der NFL. Die zwölf zugelassenen Catches über mindestens 20 Yards bedeuten einen geteilten Rang fünf.

"Er ist ein verdammt guter Football-Coach", sagte Macdonald über Spagnuolo. Dieser war 2014 Secondary Coach in Baltimore, als Macdonald dort seine NFL-Karriere als Coaching-Praktikant begann. "Seine bisherige Arbeit spricht für sich. Seine Teams spielen sehr aggressiv. Er macht einen großartigen Job bei der Taktik fürs Spiel. Sein Team spielt geschlossen. Es hat eine klare Identität und einen Stil, den man respektiert. Auf dem Videomaterial erkennt man eindeutig die Handschrift der Chiefs – und das ist ein Kompliment an sie."

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